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Hannes Hoffmann (re.) als Dietrich Bonhoeffer und Gernot Ostermann als Josef Müller. Fotos: LTO, Jochen Schwab.

 
 

"Später Besuch" feierte Dernière in Waldmünchen  

Letzte Aufführung noch einmal vor ausverkauftem Haus 

Seine vorerst letzte Aufführung erlebte Bernhard Setzweins Stück "Später Besuch - Dietrich Bonhoeffer redivivus" als Gastspiel in Waldmünchen. Bis auf den letzten Platz war die Aula der Jugendbildungsstätte gefüllt. Im Bericht von Johann Reitmeier in der "Chamer Zeitung" heißt es über die Ensembleleistung des Landestheaters Oberpfalz: "Eine exzellente Schauspielerregie füllte die komplexe Setzwein-Handlung mit einem Leben, das jeder professionellen Hauptstadtbühne Ehre gemacht hätte." Und über das Stück: "Die Fragen, die es aufwirft nach menschlicher Schuld und Nichtschuld, nach Zurückweisungen und Irrtümern, nach historischen Tatsachen, nach Moral und Integrität, Würde und Verführbarkeit, sind unbedingt aktuell und absolut auch in unsere Zeit übertragbar. [...] Es läßt den Zuschauer nicht aus, nicht einen Moment, man kann sich dieser Dichte nicht entziehen."

Schon zur Premiere war das Medien-Echo euphorisch gewesen. Peter Geiger schrieb in seiner Kritik im "Neuen Tag", das kammerspielartige Schauspiel sei "ein atemberaubendes Stück", in Gänze nachzulesen ist der Artikel hier. Die "Mittelbayerische Zeitung" wies auf das "auf eindringliche Weise Diskursiv-Antithetische" der Regiearbeit von Till Rickelt hin und betonte die besondere schauspielerische Leistung der Darsteller: Hannes Hoffmann als Bonhoeffer, Gernot Ostermann als Josef Müller, alias "Ochsensepp", Doris Hofmann als Bonhoeffer-Verlobte Maria von Wedemeyer und Adrian Stuhlfelner als KZ-Wächter. Die "Landshuter Zeitung" sprach von einem "beeindruckenden Theaterabend", bei dem sich Till Rickelt als "großer Schauspielerregisseur" erweise: "Die Figuren stimmen bis ins Detail. Denn auch schauspielerisch erlebt man einen feinen Abend."

Zum Stück:

Zwei Männer. Beide im Widerstand gegen das NS-Regime. Der eine Protestant, der andere Katholik, aber beide handeln aus tiefster christlicher Überzeugung. Der eine überlebt den Wahnsinn der letzten Tage im Konzentrationslager Flossenbürg vor der Befreiung durch die Alliierten. Der andere stirbt qualvoll am Strang. Der eine wird nach Kriegsende zum Mitbegründer der CSU und zu ihrem ersten Vorsitzenden, der andere wird zu einer mythisch-überhöhten Heiligenfigur, zum Symbol für den Widerstand schlechthin – Dietrich Bonhoeffer und Josef Müller. Beide eint, dass der konkrete Mensch hinter dem von der Geschichte verklärten Symbol verschwindet. Aber was, wenn sich diese Männer noch einmal träfen? Und in der unwahrscheinlichsten aller Zeiten, Ende 1945, in der Gründungsnacht der CSU? Und was hätten der eine, dessen Schuld es war, überlebt zu haben, und der andere, der das Nachkriegsdeutschland nicht erleben durfte, sich zu sagen?

Hier einige Fotos von der Aufführung in Flossenbürg (Fotograf Jochen Schwab, LTO):

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  Archiv zurückliegender Inszenierungen

Folgende Links führen zu Inszenierungen von Setzwein-Stücken in den zurückliegenden Jahren:

"Sahira oder Heinz vom Steins Fahrt ins Morgenland" für die Steiner Spiele 2004

"Watten Wagner Wichs" in der Theaterburg Burghausen 2005

"Fremde Stimmen" für die Freudenberger Burgschauspiele 2005



 
 
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